45° 38′ N, 10° 40′ O – Lacus benacus, 2016

45° 38′ N, 10° 40′ O – Lacus benacus, 2016

dsc_0351

Anfangs sprach manches gegen die schöne Zeit, die wir am Gardesee verbringen sollten. Gardasee? Schon wieder? Steht hier nicht überall, dass ein Ziel immer nur einmal bereist werden will? Der letzte Besuch am Gardasee (2015) war ein Schnelldurchlauf der schönen Plätze, die wir dieses Jahr in Ruhe bereisen wollten. Geplant, gereist… Doch wenn der Mensch so seine Pläne schmiedet, sitzt das Schicksal bekanntlich in der Ecke und reibt sich grinsend die Hände.
Nachdem die Reise mit den eigenen Autos (wir waren zu sechst auf zwei Autos, verbunden mit Walkie-Talkies – kann ich nur empfehlen!) stattfinden sollte und ich fahren durfte, wurde das gute Stück natürlich tags zuvor fit gemacht: Reifendruck, Ölstand, Waschanlage. Nach dem letzten Stop gen Heimat, es waren noch sieben Stunden bis zum Go und es sollte noch der Koffer gepackt werden, der erste Hieb des Schicksals: Warnleuchte im Cockpit. Warum nochmal fahren wir heut zu Tage Autos, die einen auf alles mögliche hinweisen können? Also gut, mit der Bremse stimmt was nicht. Dann rufen wir doch die Retter in der Not. Sechs Stunden bis zu unserer Abfahrt… Gelber Engel kam geflogen, sogar in der angekündigten Zeit, gab Entwarnung und den Hinweis auf meinen im Ausland nicht vorhandenen ADAC-Schutz. Guuuuut, schließt man dass dann doch noch eben sicherheitshalber ab, man weiß ja nie, welche Finten das Schicksal noch abhaken möchte, auf seiner Liste. Fünf Stunden. Schnell packen, noch schneller schlafen!

04:00 Uhr, der frühe Vogel kann mich mal, trotzdem: Urlaub! Da ist man fit und freudestrahlend, auch wenn man selbst im Sommer noch nicht mal die Hand vor Augen sehen kann draußen. Die Fahrt geht los, das Auto erledigt seinen Job. Ein Déjà-vu: Ab auf die Autobahn und ohne Stau der Sonne entgegen. By the way: Video-Maut ist das zweite, dass ich nach diesem Urlaub nur empfehlen kann!

Unser Ziel lag diesesmal ein paar Autobahnausfahrten weiter als letztes Jahr, wir mussten nach Manerba del Garda. Um die typischerweise gleich aufkommende Frage zu beantworten: das liegt in Brescia, bei Draufsicht auf den See auf der linken Seite nach Sirmione. Es ist Wahnsinn, wie viele doch die genauen Koordinaten des Sees und all den Örtchen und Fleckchen zuordnen können!

dsc_0326   dsc_0344

Nicht nur, weil man sich wirklich eine Menge Geld sparen kann, sondern auch, weil ich bereits gute Erfahrung damit machen konnte (in Gran Canaria, 2011), war ich sofort auch hier wieder für die Selbstversorger-Schiene. Gute Fahrt gehabt damit! Also, nach Ankunft in der Wohnung erst mal einkaufen: Auto voll bis unter’s Dach (und wir reden hier von einem X4), so dass der Kühlschrank grade noch so zuging. Und hier gleich mein dritter Tip: In Ferienwohnungen immer (immer, immer!) die Temperatur des Kühlschranks checken. Sonst war es das nämlich schnell mit dem Hackfleisch.

So hatten wir nun sieben Tage für Ruhe, Pool, See, runterkommen und abschalten bei nicht immer wolkenlosem Himmel, aber (auch für mich) sehr angenehmen Temperaturen für gesellige Balkon-Abende. So der Plan. Wenn, ja wenn da nicht das Schicksal ja noch gewesen wäre, das ja eigentlich schon in Vergessenheit geraten ist mit seinen grinsend geschmiedeten Plänen. Schnell mal wieder in Erinnerung gerufen … Uns waren doch immerhin 72 Stunden vergönnt, wogegen es dann für 48 Stunden dafür einzustehen galt. Vier von uns sechs lagen flach, volles Programm, von jetzt auf gleich. Was eine Quote, was eine Farce. Aber nachgeben kann jeder. Wir nicht. Und schon gar nicht im Urlaub. Ha!

So ging es – nach mehrmaligem Abwägen – für vier von uns ab in die Berge zum Canyoning. Gar nicht so ohne ein ziemliches Stück zu Fuß steil nach oben um hernach dann alles im Wasser entlang in einer wunderschönen Natur wieder runter zu … Ja, zu was? Zu wandern, zu rutschen, zu springen, zu tauchen. Ein einmaliges Erlebnis, das gerade für Naturliebhaber und nicht sehr Verfrorene wirklich nur zu empfehlen ist. Ja, mein Stichwort. Ich fand es wirklich toll, aber für mich nicht mehr wieder. 2 Stunden in einem Neoprenanzug, leicht gefüllt mit ursprünglich 18-Grad-kaltem Wasser ist – sagen wir mal – nicht so meins. Trotzdem froh und auch etwas stolz, es gemacht zu haben. Wir haben uns gut geschlagen!

dsc_0246 dsc_0249 dsc_0247

Dem Schicksal bewiesen, dass es nicht alles mit uns machen kann, fuhren wir wieder vollster Gesundheit zu diesem tollem Laden mit selbsthergestelltem Käse und Wurst, wir lagen in der Sonne, im Pool, im Whirlpool, wir tranken, aßen und lachten. Wir lachten dem Leben und dem Schicksal entgegen. Jene Momente, die einem bleiben, sich gern daran zurück erinnernd.

… Und so kann das Schicksal gerne mit im Zimmer sitzen und das Spiel eröffnen, um dann mit einer Niederlage von Dannen zu ziehen.

dsc_0372

2016-09-08-photo-00000294   2016-09-08-photo-00000295


Die Kommentare sind geschloßen.